Njáls Saga auf Deutsch

Christopher Owain Carter | Ludwig-Maximilians-Universität München | April 2021

Dies war eine Hausarbeit im fünften Bachelorsemester für der Vorlesung „Text und Kontext - Altnordistik“ am Institut für Nordische Philologie der LMU. Sie analysiert die berühmtesten Übersetzungen ins Deutsche und ins Englische der isländischen Saga von Brennu-Njáls.

Njáls Saga

1 Einleitung

Seitdem sie auf Pergament niedergeschrieben wurden, begeisterten die so genannten Íslendingasögur ihr Publikum. Später, ab dem 16. Jahrhundert, haben sie auch eine große Rolle bei der Formung der isländischen Nationalidentität gespielt; in etwas geringerem Ausmaß auch in den anderen skandinavischen und germanischen Ländern.1 Noch dazu ließen sich viele Autoren vom großen Korpus an faszinierenden Geschichten inspirieren, unter anderem Sir Walter Scott, W.H. Auden und J.R.R. Tolkien. Die norwegische Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset schrieb sogar einen Lobesaufsatz an die Njáls Saga — die Saga, die sie dazu motivierte, Schriftstellerin zu werden — mit dem Title En Bok som Blev et Vendepunkt i Mitt Liv.2

Doch ist es nicht nur die isländische Saga selbst, die Undset damit lobte, sondern eigentlich auch die im Jahre 1871 erschienene Übersetzung des Werks von Karl Sommerfeld. Man kann argumentieren, dass die große Mehrheit der Menschen, welche die Sagas außerhalb Islands gelesen haben, nur dank der fleißigen Arbeit von Übersetzern Zugang zu diesen Geschichten hatten.

Die Kunst des Übersetzens erfordert in der Regel viel kreatives Denken, um einen fremden Text in einer anderen Sprache wiederzugeben, doch die Übersetzer isländischer Sagen stehen vor einigen einzigartigen Herausforderungen, die auf unterschiedliche Weise angegangen werden müssen. In dieser Hausarbeit werde ich diese Hürden genauer ansehen und, anhand vier verschiedener Übersetzungen der Njáls Saga — nämlich J. Claussens Übersetzung Die Nialssaga (1878), R. Hellers Die Saga von Njal (1982) H.P. Naumanns Die Saga von Njal und dem Mordbrand (2005) und Karl-Ludwig Wezigs Die Saga von Brennu-Njáll — die verschiedenen Arten untersuchen, wie diese Hürden überwunden wurden.

Bevor ich die Aspekte der Übersetzung, die ich in dieser Arbeit berücksichtigen werde, vorstelle, werde ich im Kapitel 2 erst die Rezeptionsgeschichte der Njáls Saga von ihrer ersten Verschriftlichung über die ersten Übersetzungen aus dem Altnordischen bis in die Gegenwart skizzieren, dann werde ich die Geschichte der Saga im deutschen Sprachraum näher betrachte.

Ich werde dann im Kapitel 3 die besonderen Schwierigkeiten der Übersetzung altisländischer Literatur untersuchen und entdecke, wie sie von den oben genannten Autoren gehandhabt wurden.


1 vgl. Carl Phelpstead, An Introduction to the Sagas of Icelanders, Florida: University Press of Florida 2020, S. 1.

2 vgl. Kristin Brandtsegg Johansen, Jeg har levd i dette landet i tusen år, Oslo: Kagge Forlag 2017, S. 19.

2 Verbreitung der Njáls Saga

Die Njáls Saga ist die längste der Íslandingarsögur. Sie wird gewöhnlich in 159 Kapitel aufgeteilt, aber ihre Länge hat ihrer offensichtlichen Beliebtheit keinen Abbruch getan. Die Tatsache, dass von dieser Saga mehr Handschriften bis heute als von jeder anderen erhalten geblieben sind, ist ein deutliches Indiz dafür, wie gut die Geschichte aufgenommen wurde.3 Das Originalmanuskript, ca. aus dem Jahr 1280, ist inzwischen verloren gegangen, und die früheste Abschrift, die wir heute besitzen, stammt aus der Zeit um das Jahr 1300, doch obwohl nur 20 Jahre zwischen dem Original und der Abschrift liegen, geht die Wissenschaft davon aus, dass es zwei oder vielleicht sogar drei Abschriften dazwischen gab.4

Diese Kopien wurden in der ersten von fünf Perioden erstellt, die Jón Karl Helgason identifiziert hat:5

1280-1593: Die Saga wird in verschiedenen Manuskripten vervielfältigt, aber meist nur innerhalb Islands.
1593-1773: Bestimmte Manuskripte gelangen nach Skandinavien und andere europäische Länder.
1772-1875: Die Saga wird veröffentlicht — zuerst auf Isländisch, dann Lateinisch, Dänisch und Englisch.
1875-1954: Die erste kritische Ausgabe wird veröffentlicht, es folgen weitere Übersetzungen ins Schwedische, Norwegische, Deutsche und Französische. Der Text wird in Skandinavien, Großbritannien und Deutschland umfassend umschrieben.
1954-1999: Die Saga wird in eine Vielzahl von Sprachen, insbesondere osteuropäische Sprachen, übersetzt und weit verbreitet.

Obwohl eine frühere Periode der mündlichen Überlieferung angenommen wird,6 ist Übersetzer Karl-Ludwig Wetzig der Meinung, es sei unwahrscheinlich, dass die ganze Saga, „die aus weit mehr als 100.000 Wörter besteht“ und „fast 600 Personen beim Namen nennt und dabei von vielen auch noch ihre verwandtschaftlichen Beziehungen bis ins fünfte oder sechste Glied darlegt“, vollständig auswendig gelernt und von einer Person getreu rezitiert werden könne.7

Die zweite Periode wurde durch den Bischof Guðbrandur Þorláksson und seinen Cousin Arngrímur Jónsson eingeleitet. Empört über die wenig schmeichelhaften Porträts ihres Landes in Europa, beauftragte Þorláksson ein von Jónsson verfasstes Buch über die Geschichte Islands, indem die Njáls Saga zitiert wird. Ironischerweise erweckten diese kurzen Erwähnungen, welche Jónsson um den Reichtum der isländischen Geschichte hervorzuheben verwendete, Interesse in Dänemark und Schweden, als eine Möglichkeit, die Geschichte ihrer eigenen Länder zu beleuchten.8 Obwohl einige Übersetzungen und Zusammenfassungen in dieser Periode angefertigt wurden, wurde bis heute keine davon veröffentlicht.9

Erst ab der dritten Periode wurde die Njáls Saga in gedruckter Form veröffentlicht, nämlich als im Jahre 1772 Ólafur Ólafsson in Kopenhagen sein Werk Sagan af Niáli Þórgeirssyni ok sonvm hans &c anfertigte. Diese Ausgabe, die in erster Linie auf dem Text des Reykjabók basierte, diente als Grundlage für viele der Übersetzungen, die in den nächsten 100 Jahren folgten, darunter — in direkte Weise — die einflussreiche englische Übersetzung von George Dasent im Jahr 1861. Die erste Übersetzung der Saga ins Deutsche wurde auch auf indirekte Weise von Ólafssons Werk beeinflusst: Johannes10 Claussens 1878 Übersetzung ist eine getreue Übersetzung des im Jahr 1863 veröffentlichten dänischen Textes von Hans Henrik Lefolii, welche wiederum eine umschriebene Übersetzung des Ólafsson Textes ist. 11

Die Veröffentlichung der ersten kritischen Ausgabe der Saga zwischen 1875-89 von den Isländern Konráð Gíslason und Eiríkur Jónsson ziehe eine Trennlinie zwischen der dritten und vierten Periode der Verbreitungsgeschichte der Njáls Saga, so Helgasson. Diese Ausgabe bildete die Grundlage für zahlreiche weitere Übersetzungen, u.a. auch viele populäre Übersetzungen ins Isländische.12 In dieser Zeit begannen auch andere germanische Länder, eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit in der Saga zu suchen, um die politischen und sozialen Bewegungen der Zeit zu unterstützen, vor allem Großbritannien und Deutschland.

Helgassons letzte Periode beginnt mit der Veröffentlichung Einar Ólafur Sveinssons kritischen Edition der Brennu-Njáls Saga durch den Íslenzk fornrit (ÍF) im Jahr 1954. Sveinsson war eine Autorität auf dem Gebiet der Njáls Saga und hatte schon zahlreiche Artikel und Bücher zu diesem Thema geschrieben als seine Ausgabe herauskam. Die große Achtung, die Svensson in der Welt der Literaturwissenschaft genoss machte seine Ausgabe nicht nur zur de facto Standardversion, sondern löste auch eine neue Welle von Übersetzungen in Sprachen aus, in denen die Saga zuvor nicht veröffentlicht worden war, unter anderem viele osteuropäischen Sprachen, Japanisch und Finnisch.13


3 vgl. Magnus Magnusson und Hermann Pálsson, Njál's Saga, Harmondsworth: Penguin Books Ltd. 1960, S. 9.

4 vgl. Ibid.

5 Jón Karl Helgason, The Rewriting of Njáls Saga: Translation, Ideology, and Icelandic Sagas, Multilingual Matters 1999, S. 13–14.

6 vgl. Ibid., S. 19-24.

7 vgl. Karl-Ludwig Wetzig, Die Saga von Brennu-Njáll, Frankfurt a. M.: Fischer Verlag 2011, S. 19.

8 vgl. Jón Karl Helgason, Rewriting of Njáls Saga, S. 24–25.

9 Ibid., S. 26.

10 Julia Zernack, Bibliographie der deutschsprachigen Sagaübersetzungen 1791-1995, Berlin: Freie Universität Berlin 1997, S. 166.

11 Jón Karl Helgason, The Rewriting of Njáls Saga, S. 29.

12 Ibid., S. 34.

13 vgl. Ibid., S. 41.


2.1 Die Njáls Saga auf Deutsch

Die Njáls Saga wurde bis dato fünf Mal vollständig ins Deutsche übersetzt und kann auf drei Ausgaben des Originaltextes zurückverfolgt werden.14 Wie schon in Abschnitt 2 erwähnt, war die erste Übersetzung ins Deutsche einige Schritte vom Ausgangstext entfernt: Ólafssons 1772 Aus-gabe wurde im Jahre 1839 ins Dänische übersetzt, dann im Jahre 1862 von dem Isländer Guðbrandur Vigfússon überarbeitet. Diese Überarbeitung diente als Grundlage für eine im Jahre 1863 herausgebrachte Umschreibung ins dänische von Hans Henrik Lefolii, welche im Jahre 1878 getreu ins Deutsche von J. Claussen übersetzt wurde.15

Zwischen den Jahren 1907-1909 arbeitete der Pfarrer und Autor Arthur Bonus zusammen mit dem Altgermanisten Andreas Heusler an dem dreibändigen Isländerbuch, welches Auszüge aus verschiedenen Sagas erhielt, mit dem hochgesteckten Ziel, die „Eigenschaften der [deutschen] Rasse“16 zu definieren. Das Buch wurde mehrfach nachgedruckt, und es war aufgrund dieses Erfolgs, dass die Arbeit an der Sammlung Thule, einer umfassenden Zusammenstellung altnordischer Literatur und Poesie in deutscher Sprache, begonnen wurde. Band vier dieser Sammlung war Heuslers Übersetzung Die Geschichte vom Weisen Njal — die erste Übersetzung der Njals Saga ins Deutsche, die auf einem altnordischen Text und nicht auf einer anderen Übersetzung beruhte.17

Der Umfang der Thule-Sammlung ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass die nächste Überset-zung der Njáls Saga erst 1982 von Rolf Heller veröffentlicht wurde. Sowohl diese Übersetzung als auch die von Hans-Peter Neumann (2005) und Karl Ludwig Wetzig (2011) beruhen auf der Ausgabe des ÍF von 1955.


14 vgl. Ibid., S. 28-41.

15 vgl. Ibid., S. 29.

16 Arthur Bonus und Andreas Heusler, Isländerbuch, München: Callwey 1907, S. IX.

17 Jón Karl Helgason, Rewriting of Njáls Saga, S. 35.

3 Besonderheiten bei der Übersetzung isländischer Sagas

Außer Claussen griffen alle Übersetzer zurück auf die neuste kritische Ausgabe des altnordischen Textes, die ihnen zur Verfügung stand, doch die Abweichungen, die in den deutschen Texten zu beobachten sind, lassen sich nicht vollständig durch Abweichungen im Ausgangstext erklären. Verglichen mit dem Übersetzungskorpus in anderen Sprachen sind jedoch alle vier deutschen Übersetzungen, die auf dem ursprünglichen altnordischen Ausgangstext beruhen, größtenteils bemerkenswert einheitlich:

Í þenna tíma kvámu þeir kári ok kolbeinn ok dagviðr hvíti til hrosseyjar öllum á óvart ok gengu upp þegar á land, enn nakkvarir menn gættu skips.18 Zu dieser Zeit kamen Kari und Kolbein und David der Weiße nach der Roßinsel, von niemand bemerkt. Sie stiegen sogleich an Land, und nur wenig Mann hüteten das Schiff.19
Nun ist wieder von Kari, David und Kolbein zu erzählen. Sie kamen überraschend zur Hrossey und gingen sogleich an Land. Einige ihrer Leute blieben zur Bewachung beim Schiff zurück.21
Nú er þar til máls at taka, er Kári er ok þeir Dávíð ok Kolbeinn, at þeir kómu á óvart í Hrossey ok gengu upp þegar á land, en nǫkkurir menn gættu skips.20 Nun ist weiter von Kari, David und Kolbein zu erzählen. Sie kamen unbemerkt nach Mainland und stiegen sofort an Land, während einige von ihren Leuten das Schiff bewachten.22
Als nächstes ist von Kári, Davíð und Kolbein zu berichten, dass sie überraschend nach Hrossey übersetzten und dort an Land gingen, während einige ihrer Männer als Wachen beim Schiff zurückblieb.23

Eine solche Einheitlichkeit findet sich nur selten zwischen verschiedenen Übersetzungen in ande-ren Sprachen (vgl. z.B. die englische Übersetzung von George Dasent aus dem Jahr 1878 mit der von Robert Cook aus dem Jahr 1997, oder die norwegische Übersetzung von Fredrik Paasche aus dem Jahr 1922 mit der Fassung von Hallvard Lie aus dem Jahr 1954). Besonders lobenswert ist, dass weder die langen Listen mit genealogischen Informationen (welche Lie in seinem Vorwort als „dødt stoff“24 bezeichnete), noch die langatmigen juristischen Details („lange og – for moderne lesere – nokså trettende“24) in keiner der deutschen Ausgaben gestrichen oder in die Fußnoten verbannt wurden, wie es in der englischen Ausgabe von 1960 der Fall ist.

Dennoch sind einige kleinere Unterschiede festzustellen, welche sich besonders bei der Übersetzung von altnordischer Literatur als problematisch erweisen, nämlich die Onomastik, die in den obigen Passagen zur Geltung kommt, und die skaldische Dichtung, die ich weiter unten vergleichen werde.


18 Konráð Gíslason und Eiríkur Jónsson, Njála, Kopenhagen: Thiele 1875, S. 355.

19 Andreas Heusler, Die Geschichte vom Weisen Njal, Jena: Diederichs 1914, S. 368.

20 Einar Ólafur Sveinsson, Brennu-Njáls saga, Reykjavík: Hið Íslenzka Fornritafélag 1954, S. 331.

21 Rolf Heller, Die Saga von Njal, Leipzig: Insel-Verlag Anton Kippenberg 1982, 358f.

22 Hans-Peter Naumann, Die Saga von Njal und dem Mordbrand, Münster: Lit Verlag 2005, S. 268.

23 Wetzig, Brennu-Njáll, S. 423.

24 Hallvard Lie, Islandske ættesagaer: Njåls saga, Oslo: Aschehoug 1954, S. 10.


3.1 Onomastik

Unter Onomastik (auch als ‚Namenkunde‘ oder ‚Namenforschung‘ bekannt) versteht man die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Forschung von Eigennamen beschäftigt.25 Die Untergattung der Onomastik, die sich mit Ortsnamen beschäftigt, ist die Toponomastik.26

Wie Magnusson und Páulsson in der Einleitung zu ihrer englischen Übersetzung von 1960 anmerken, gibt es unter den Übersetzern keinen Konsens darüber, wie Orts- und Personennamen übersetzt werden sollten.27 Ich würde sogar behaupten, dass die Übersetzung der isländischen Ortsnamen in den Sagas völlig überflüssig ist; ein Buch, das z. B. in China spielt, würde die Stadt Guangdong nicht als „Östliche Weite“ übersetzten, also es kann hinterfragt werden, ob das Übersetzen von Rangárvellir mit „Krummachlande“ (wie in der Übersetzung von Heusler aus dem Jahr 1914) nicht ein Übergriff seitens des Übersetzers ist.

Doch zwischen der Verwendung des ursprünglichen Ortsnamens, wie er in den Handschriften zu finden ist (z. B. in der Übersetzung von Wetzig aus dem Jahr 2011), und dem Lehnübersetzen seiner Bestandteile ins Deutsche gibt es noch eine dritte Möglichkeit, die von Heller und Neumann gewählt wurde, nämlich das „Eindeutschen“ der Namen. Dabei werden nicht-deutsche Buchstaben nach dem standardisierten System ⟨þ⟩ → ⟨th⟩, ⟨ð⟩ → ⟨d⟩ und ⟨ǫ⟩ → ⟨ö⟩ ersetzt, die maskulin-nominative Endungen -r wird entfernt und die Geminaten -ll, -nn und -rr werden simplifiziert.28

Die Vorliebe scheint sich bei den neueren Ausgaben von Lehnübersetzungen weg zu bewegen und mehr auf die Beibehaltung der Originalnamen zu setzen:

Sveinsson (1954) Heusler (1914) Heller (1982) Neumann (2005) Wetzig (2011)
Þjórsárdalr Stierachtal Thjorsartal Thjorsardal Þjórsárdal
Mýdalr Mückental Mytal Mydal Mýrdalr
Hrútsstaðir Hrutstätten Hrutsstadir Hrutsstadir Hrútsstaðir
Hornafjǫrðr Hornföhrde Hornafjord Hornafjord Hornafjord

Tabelle 1: Vergleich der toponomastischen Übersetzungen

Die Übersetzung von Ortsnamen ist vielleicht verständlicher, wenn es sich um Orte außerhalb Islands handelt. In seinem geistvollen Artikel The Problem of the Proper Translation of Old Norse Names, hält der amerikanischer Philologe Lee M. Hollander es für „pedantic, occationally even unwise, not to translate“29 wenn es um Exonyme geht. In der Njáls Saga reisen die Protagonisten nach vielen verschiedenen Ländern, welche mit ihren altnordischen Exonymen bezeichnet werden, vor allem um Großbritannien herum.

Hier ist bei den deutschen Übersetzungen keine klare Tendenz zu sehen; nur Neumann hat einheitlich die britischen Endonyme verwendet:

Sveinsson (1954) Heusler (1914) Heller (1982) Neumann (2005) Wetzig (2011)
Orkneyjar Orkaden Orkaden Orkneys Orkney(s)A
Þrasvík Thraswik Thrasvik Freswick Þrasvík
Hvítsborg Whithorn Hvitsborg Whitebury Hvítsborg
Hrossey Roßinsel Hrossey MainlandB Hrossey

Tabelle 2: Vergleich der exonymischen Übersetzungen

A Wetzig verwendet die Namen Orkney und Orkneys abwechselnd durch seine Übersetzung.
B Mainland ist der Name der größten Insel der Orkneys, der zur Wikingerzeit Hrossey hieß.

Wobei sich die deutschen Übersetzer allerdings komplett einig sind, ist die Übersetzung — bzw. besser gesagt, die nicht Übersetzung der Personennamen. Vielleicht weil die Bedeutung hinter den Namen nicht so offensichtlich ist, wie bei den Ortsnamen, wird in den deutschen Übersetzungen bisher kein einziger Vorname übersetzt:

Sveinsson (1954) Heusler (1914) Heller (1982) Neumann (2005) Wetzig (2011)
Njáll Njal Njal Njal Njáll
Dávíð David David David Dávíð
Bergþóra Bergthora Bergthora Bergthora Bergþóra
Unnr Unnr Unn Unn Unn

Tabelle 3: Vergleich der onomastischen Übersetzungen

Auch bei den Patronymen bzw. Matronymen sind sich deutsche Übersetzer größtenteils einig:

Sveinsson (1954) Heusler (1914) Heller (1982) Neumann (2005) Wetzig (2011)
Njálsson Njalssohn Njalssohn Njalssohn Njálsson
Njálsdóttir Njalstochter Njalstochter Njalstochter Njálsdóttir

Tabelle 4: Vergleich der patronymischen bzw. matronymischen Übersetzungen

Weniger Einigkeit herrscht jedoch bei dem letzten Aspekt, den ich in diesem Abschnitt untersuchen werde, nämlich bei der Übersetzung der vielen anschaulichen Beinamen (kenningarnafn), die in der Saga erscheinen:

Sveinsson
(1954)
Heusler
(1914)
Heller
(1982)
Neumann
(2005)
Wetzig
(2011)
Mǫrðr gígja Mörd Geige Mörd Gigja Mörd Gigja Mörð GígjaC
Uðr in djúpúðga Aud die Tiefdenkende Unn die Weise Unn die Weise Uð Djúpúðga
Ketill flatnefr Ketil Plattnase Ketil Plattnase Ketil Flatnef Ketill Flatnef
Eiríkr blóðøx Eirik Blutaxt Eirik Blutaxt Eirik Blutaxt Eirik Blutaxt

Tabelle 5: Vergelich der Überesetzungen der Beinamen

C Wetzig stellt Mǫrðr mit den Wörtern „Mörð hieß ein Mann, der man Gígja nannte, die Fiedel“ vor.

Da die Beinamen dazu dienen, die Charaktereigenschaften ihrer Träger hervorzuheben und, so Diana Whaley, „[to] cast glints of light on lives otherwise dark to us“,30 kann es argumentiert werden, dass ihre Übersetzung sinnvoll ist. Whaley äußert sich jedoch dagegen, da nicht alle übersetzt werden können, und sie führt das Beispiel von Harald Hálfdanarsons ehemaligem Beinamen lúfa an, dessen traditionelle Übersetzung „Strubbelkopf“ nun angefochten wird.31


25 Duden Redaktion, Onomastik, o.J. https://www.duden.de/rechtschreibung/Onomastik (05.08.2021).

26 Duden Redaktion, Toponomastik, o.J. https://www.duden.de/rechtschreibung/Toponomastik (05.08.2021).

27 vgl. Magnus Magnusson und Hermann Pálsson, Njál’s Saga, S. 25.

28 vgl. Lee M. Hollander, „The Problem of the Proper Translation of Old Norse Names“, in: Scandinavian Studies, Bd. 26: 3 (1954), S. 129.

29 vgl. Ibid., S. 129.

30 Diana Whaley, „Nicknames and Narratives in the Sagas“, in: Lars Lönnroth (Hg.), The Audience of Sagas, Göteborg: Göteborg University 1991, S. 143.

31 Ibid., S. 122f.


3.2 Skaldische Dichtung

Der vielleicht schwierigste Aspekt bei der Übersetzung altnordischer Literatur ist die skaldische Dichtung. In seinem Artikel The Translation of Skaldic Poetry beschreibt Hollander dieses Genre der Poesie als „a flower […] surrounded by forbidding, aye, repelling thorns“32 aufgrund der vielen Schwierigkeiten und Fallstricke, welche die Strophen dem Übersetzer bereitet.

Die ÍF-Ausgabe enthält 23 Gedichtstrophen im Dróttkvætt Versmaß sowie weitere 11 Strophen im Fornyrðislag, welche die Darraðljóð in Kapitel 157 bilden.33 Abgesehen von Claussens Übersetzung, welche gar keine übersetzten Verse enthält, enthalten alle vier nachfolgenden Ausgaben (d. h. die Ausgaben, welche auf den altnordischen Texten beruhen) Übersetzungen für jeden der 34 Strophen.

Alle vier Übersetzer gingen mit den Strophen ähnlich um, und es gibt nur überschaubare Auslassungen: in der Fassung von Heusler werden die beiden Verszeilen in Kap. 12 in Prosa umgewandelt,34 und Wetzig merkt an, dass es nicht genügend zuverlässiges Quellenmaterial gibt, um den zweiten Vers in Kapitel 130 vollständig zu übersetzen.35 Im Vergleich zur Saga in manch anderen Sprachen ist dies bemerkenswert; in fast allen Übersetzungen der Njáls Saga ins Norwegische z. B. fehlen Strophen.36

Die erste Entscheidung, die der Übersetzer zu treffen hat, ist sicherlich, welche Metrik er verwenden wird. Hollander argumentiert, dass die einzige richtige Metrik, die hierfür eingesetzt werden soll, die jeweilige skaldische Metrik ist, die im Originaltext verwendet wird.37 Hollanders Kommentare dazu, mit seiner typisch amerikanischen Unverfrorenheit, sind jedoch vielleicht etwas zu flapsig in der Behauptung, dass:

it is not entirely impossible to make a halfway decent, even intelligible, translation of a skaldic stanza without sacrificing the formal and stylistic characteristics of the genre while retaining […] some of its spirit.

Nichtdestrotz hat nur Heusler dieses Versmaß in seiner Übersetzung angewendet, doch sein großes sprachliches Können führte zu brillanten Übersetzungen, die sowohl ästhetisch als auch inhaltlich nah an dem Urtext liegen.

Um dies besser zu veranschaulichen, wäre es sinnvoll, an dieser Stelle das Dróttkvætt kurz zu erläutern. Das Dróttkvætt (‚Hofmetrik‘) ist das am häufigsten verwendete Versmaß in der skaldischen Dichtung und kann daher als ihre „Standardform“ betrachtet werden.38 In seiner reinsten Form besteht eine Strophe Dróttkvætt aus sechs Zeilen von jeweils sechs Silben mit drei Hebungen. Im Abvers müssen zwei betonte Silben alliterieren (Stabreim), wobei der letzte Stab immer die vorletzte Silbe sein muss; im Anvers muss die erste betonte Silbe mit der betonten Silbe des Abverses alliterieren. Noch dazu müssen sich die vorletzten Silben mit einer beliebigen anderen Silbe reimen (Binnenreim). Im Anvers kann dies eine skothending sein, wobei die sich reimenden Vokale unterschiedlich sein können (z. B. rauð kann mit blóð gereimt werden); im Abvers dagegen muss aðalhending verwendet werden, wobei die Vokale genau übereinstimmen (z. B. Hlínar mit mína).39

In folgendem Beispiel — der Strophe, die Njál im Kapitel 155 spricht, kurz bevor er Gunnar ermordet — habe ich zum Verdeutlichen den Stabreim mit Grün markiert und den Binnenreim mit Rot. Ich habe zudem auch die langen x und kurzen x Vokale sowie die Hebungen x markiert:

       1    Prāhlt, Meērrŏssĕs Rǖstĕr,
        2    Rh nĭcht mĭt Njāls Tōdĕ!
        3    Fǖr dĕn Mrdbrănd, Mȫrdĕr,
        4    Mǟcht’gĕ Rāchĕ wārd, dächt ĭch.
        5    Gōldspĕndĕr, ĕntgltĕt,
        6    Gt dăfǖr mĭt Bltĕ.
        7    Jĕtzt gār viēl Gĕfāllnĕr
        8    Fleīsch dĕr Rāb’ ŭmkreīschĕt.40 

In der 4. Zeile ist eine der vielen Ausnahmen zu sehen: wenn ein kurzer, unbetonter Vokal einem unbetonten Vokal folgt, wird dies als nur ein Versglied gewertet, und die Silbenzahl wird dadurch auf sieben erhöht.

In Anbetracht der höhen Komplexität des Versmaßes ist es vielleicht also nicht verwunderlich, dass Heller, Neumann und sogar Wetzig (der sonst in seiner Übersetzung darauf bedacht zu sein scheint, weitmöglichst ein Gefühl von „Altnordischkeit“ vermitteln zu wollen) darauf verzichtet haben. Doch während Heller und Wetzig darauf bedacht waren, den Sinn der skaldischen Verse so genau wie möglich wiederzugeben, wählte Naumann einen Mittelweg zwischen einer genauen Übersetzung und einem authentischen Versmaß, wie er in seiner Einleitung erklärt.41

Ein weiterer Aspekt, den die Übersetzer sich überlegen müssten, war, wie sie am besten mit der Übersetzung der Kenningar umgehen sollten. Kenningar sind Umschreibungen für Nomen, welche verwendet werden, um es den Skalden zu erleichtern, die strengen metrischen Regeln einzuhalten.42 Ein Beispiel hierfür wäre in der ersten Zeile Heuslers Strophe erkennbar, nämlich Meerross, mit der Bedeutung ‚Schiff‘. „Des Meerrosses Rüster“ ist also eine doppelte Kenning mit der Bedeutung ‚Matrose‘, ‚Seelkrieger‘. Im Jahre 2002 wurde ein Standard für das Skaldic Project entwickelt, um Kenningar aufzulösen (nämlich Kapitälchen in eckigen Klammern, z.B. „Meerross Rüster [Schiff > Matrose]“),43 dies scheint sich jedoch nicht überall durchgesetzt zu haben.

In Ermangelung eines solchen Standards haben Übersetzer im Allgemeinen eine von zwei Lösungen gewählt: entweder werden die Kenningar völlig auf ihre Bedeutung reduziert, sodass z.B. die erste Zeile der obigen Strophe als „Prahlt, Seekrieger!“ wedergegeben wird, oder die Kenningar werden beibehalten und eine Fußnote hinzugefügt, um ihre Bedeutung zu erklären.

Die deutschen Übersetzer haben sich eher für die zweite Lösung entschieden, auch wenn Naumann in seinem Vorwort erläutert, er habe die Kenningar „weitgehend aufgelöst“, scheint es so, als könnte er sie nicht völlig auslassen:


Heller (1982)45

Es prahlen die kampflüsternen Männer
über den Mordbrand an Njal.
Haben die Krieger nicht erfahren,
wie wir die Führer der RahenhengsteI jagten?
Die den Glanz des Meere spendenden GötterII
mußten entgelten die Tat.
Rohes Fleisch erhielt der Rabe zum Fraß.
Wir faßten sie hart an.
I Schiff; dessen Führer
II Gold, Gott der Gold spendet: (freigebiger) Mann.


Naumann (2005)46

Es rühmen die Männer
den Mordbrand an Njal.
Aber hörtet ihr nicht,
wie wir Rache nahmen?
Den Spendern des GoldesI
wurde blutig vergolten:
Die Raben zerissen
ihr rohes Fleisch.
I Männer, hier: die Mordbrenner


Wetzig (2011)47

Brandhetzer brüsten sich mit
der Verbrennung Njáls,
hörtet ihr nicht von gerechter Rache
an Rahenpferdlenkern,I die wir verübten?
Verschwenderischen Gold GötternII
wurde mit gleicher Münze heimgezahlt,
den Raben dreute das frische
Fleisch der Toten.
I Schiff; Lenker des Schiffs = Seeleute, Männer, hier: die Mordbrenner
IIGroßzügige Männer

Auch eine dritte Lösung ist theoretisch möglich, nämlich, dass der Übersetzer seine eigene Kenningar entwirft, welche für ein modernes Publikum leichter verständlich sind. Dies scheint (leider!) noch nicht versucht worden zu sein, aber es könnte sich als ein durchaus interessantes, wenn auch riskantes, Experiment erwiesen.


32 Lee M. Hollander, „The Translation of Skaldic Poetry“, in: Scandinavian Studies, Bd. 18: 6 (1945), S. 234.

33 vgl. Einar Ólafur Sveinsson, Brennu-Njáls saga.

34 vgl. Heusler, Geschichte vom Weisen Njal, S. 50.

35 vgl. Wetzig, Brennu-Njáll, S. 417.

36 vgl. Jan Ragnar Hagland, „On Translating Icelandic Sagas into Modern Norwegian. The Case of Brennu Njáls Saga“, in: Approaching the Viking Age (2009), S. 48.

37 vgl. Hollander, Translation of Skaldic Poetry, S. 236.

38 vgl. Margaret Clunies Ross, A History of Old Norse Poetry and Poetics, Cambridge: University Press 2005, S. 21.

39 vgl. Willhelm Heizmann, Einführung in die Skaldendichtung (Vortrag. 26.11.2020). München: Ludwig-Maximilians-Universität 2020

40 Heusler, Geschichte vom Weisen Njal, S. 368.

41 vgl. Naumann, Saga von Njal und dem Mordbrand, S. VI.

42 vgl. Ross, Old Norse Poetry, S. 23f.

43 Ibid., S. 9.

44 Naumann, Saga von Njal und dem Mordbrand, S. VI.

45 Heller, Saga von Njal, S. 359.

46 Naumann, Saga von Njal und dem Mordbrand, S. 305f.

47 Wetzig, Brennu-Njáll, S. 540f.

4 Zusammenfassung

In den einleitenden Bemerkungen seines Artikels The Translation of Skaldic Poetry stellt Hollander die Frage, warum man sich die Mühe macht, Texte zu übersetzen, deren Komplexität so hoch ist, deren Zielgruppe aber so klein sein wird. Die Frage beantwortet er selbst:

Very simply, it is the same urge that makes people exclaim: “Isn’t that sunset gorgeous!” and causes them to call out to others, insisting that they too must come and witness the spectacle. Often, it blends with the innocent pride of the discoverer, as when we say: “Oh do come and see what I have found!” 48

Bei allen der untersuchten Übersetzungen, vor allem aber bei der von Heusler, spürt der Leser die Begeisterung der Übersetzer für die Geschichten und deren Leidenschaft, dem deutschen Publikum die sonst nicht zugängliche isländische Literatur näher zu bringen.

Beginnend mit Claussens Übersetzung einer Übersetzung, haben sich nachfolgende Sprachwissenschaftler bemüht, ihre Ausgaben so nah wie möglich am altnordischen Originaltext zu halten, wenn auch jeder auf seine eigene Weise. Andreas Heuslers poetische Übersetzungen sind für sich genommen schon eine künstlerische Errungenschaft, allerdings zeigten seine wörtlichen Übersetzungen der Ortsnamen vielleicht etwas zu viel Überschwang. Seine gut informierten und ausführlichen Kommentare in den Fußnoten liefern zudem interessante Hintergrundinformationen für den modernen Leser.

Rolf Heller und Hans-Peter Naumann haben beide einen durchaus akzeptablen Mittelweg gefunden, mit einer genauen Übersetzung, die trotzdem heute nicht befremdlich wirkt. Naumanns skaldische Übersetzungen vermitteln auch ein Gefühl für das poetische Metrum, selbst wenn sie sich nicht an ein authentisches nordisches Versmaß halten.

Während Karl-Ludwig Wetzigs Ziel, in seiner Übersetzung so viel wie möglich von der „Altnordischkeit“ zu bewahren, lobenswert ist, halte ich es nicht für die beste Idee, die isländischen Orts- und Personennamen unübersetzt zu lassen. Der Gott der Dichterkunst ist z.B. heute in Deutschland wohl oder übel als Odin bekannt; der Name Óðinn ist sicherlich für einen Großteil der Bevölkerung schleierhaft. Jede neue Übersetzung bringt neue Innovationen in der Saga-Übersetzung mit sich. Es wird interessant sein zu sehen, ob Wetzigs Beispiele in der nächsten Übersetzung innengewohnt oder ausgeschlagen werden.


48 Hollander, Translation of Skaldic Poetry, S. 233.

Literaturverzeichnis

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